wissenswertes über: Hosen Geschichte: Felsmalereien aus der Altsteinzeit zeigen nach Ansicht einiger Forscher bereits Kniehosen. Antike Belege für hosentragende Frauen finden sich in römischen Berichten (Tacitus 17) und Darstellungen der Kelten und Germanen. Eine Darstellung einer mitteleuropäischen Frau mit Hose findet man neben Darstellungen von Frauen in Kleidern und Röcken auf der Trajanssäule (113 n.Ch.) in Rom. Bereits 1000 Jahre vor unserer Zeitrechung trugen Skythen, Sarmaten und Dakiern Hosen. Sie waren zum Reiten einfach praktischer als Röcke. Um 750 v. Chr. übernahmen die Germanen möglicherweise von den Kelten die knöchellange Hose. Römer und Griechen lehnten in der Antike die germanischen und gallischen Beinkleider als unzivilisiert und barbarisch ab. Sogar eine kaiserliche Verfügung stellte in Rom das Tragen einer Hose unter Strafe. Mitte des 15. Jahrhunderts kam die Strumpfhose auf, die nun zur Oberhose wurde. Man kennt sie aus vielen Gemälden. Im 18. Jahrhundert kam die Culotte (eng anliegende Kniehose) auf, die bis unters Knie ging und bis zur Französischen Revolution von allen Schichten getragen wurde, als höfische Kleidung noch länger. Sie lag sehr eng an und war beim Adel aus feinstem Trikotstoff, unter dem sich eigentlich nichts verbergen ließ. Ein Zeitgenosse bemerkte kritisch: -Adam war mit einem Feigenblatt bedeutend anständiger gekleidet.- Nach der Revolution kamen neue lange Hosen auf und verloren sehr bald den Beigeschmack des Revolutionären und wurden gesellschaftsfähig. 1789 wurde den preussischen Regierungsbeamten das tragen von langen Hosen untersagt aber 8 Jahre später zeigte sich König Friedrich Willhelm der III in solchen langen Hosen. Um 1895 wurden Knickerbocker als Radfahr-Kleidung populär. Für Radfahrerinnen kamen Hosenröcke und Pumphosen auf. Das war Ende des 19. Jahrhunderts noch ein Tabubruch. Allein schon die Tatsache, dass Frauen überhaupt aufs Rad stiegen, empörte konservative Kreise, jedenfalls in Deutschland. Um 1910 entwarfen Pariser Designer bodenlange Hosenrock-Kostüme als Alternative zum damals modischen Humpelrock.Im Frühjahr 1911 erschien eine Reihe eleganter Pariserinnen in diesen Hosenkleidern, die französisch Jupe-Culotte genannt wurden, beim Pferderennen in Auteuil, was für einigen Wirbel in der Presse sorgte. Die Modelle waren oft orientalisch inspiriert, meistens sehr elegant, und hatten entweder sehr weit geschnittene Beine oder endeten in einer Art Pluderhose, die über den Knöcheln zusammengehalten wurde. In Deutschland wurde diese Mode auch als Haremskleid bezeichnet. Zumindest in Paris und auch in London wurde sie von etlichen Damen getragen, meistens jedoch nur zu gesellschaftlichen Anlässen und selten auf der Straße. In Berlin kam es zu Menschenaufläufen und Verkehrsstaus, sobald einmal eine Dame im Hosenkleid auftauchte. Gebrochen wurde der „Hosenbann“ dann mit dem Ersten Weltkrieg, als viele Frauen zur Erwerbsarbeit gezwungen waren. Im Krieg wurde diese Ausstattung ohne weiteres als notwendig akzeptiert; man hielt die Frauenhosen für eine vorübergehende Erscheinung. In den 30er Jahren kam die weite Marlene-Dietrich-Hose auf. Erst Ende der 60er Jahre wurden Frauenhosen gesellschaftlich akzeptiert, und der Hosenanzug für Damen kam in Mode. Jedoch galt diese Mode noch nicht als anständig. So wurde der Sängerin Esther Ofarim 1966 der Zutritt zur Bar des Hamburger Atlantic-Hotels im Hosenanzug verwehrt. Die Schauspielerin Senta Berger durfte 1969 in einem edlen Designer-Anzug nicht zum Dinner in ein Londoner Hotel, sondern musste sich umziehen. Mittlerweile ist die Hose unter den europäischen Frauen weiter verbreitet als der Rock. |